Zum Nachdenken 5

 
Gehirnchirurg und Kosmonaut

Eines schönen Tages trafen sich ein russischer Gehirnchirurg und ein Kosmonaut. Sie philosophierten über Gott und die Welt. Der christliche Gehirnchirurg fand jedoch nur wenig Verständnis für seinen Glauben. Hör zu, sagte der Kosmonaut, ich bin schon sehr oft ins All geflogen, habe die Erde mehrere hundert Male umrundet und mit hochauflösenden Fernrohren ins All geschaut, aber ich habe noch nie Gott gesehen. Glaube mir, sagte der Gehirnchirurg, ich habe schon Hunderte Gehirne von ach so schlauen Menschen operiert und ich habe noch nie auch nur einen einzigen Gedanken gesehen...

Autor unbekannt



Die richtige Wahl

Ein Segelschiff geriet in einen heftigen Sturm. Der Mast knickte wie ein Streichholz entzwei. Das Steuerruder zerbrach. Schiff und Mannschaft trieben hilflos auf die Klippen einer kleinen Insel zu. Das Schiff zerbarst an einem Felsen, aber die Mannschaft konnte sich retten. Die Lebensmittelvorräte konnten die Männer mit auf die kleine, einsame Insel bringen, darunter auch einen Sack Weizen.

Notdürftig rodeten die Männer ein Stückchen Land, um einen Teil des Weizens auszusäen, damit sie überleben konnten. Als sie die Erde umgruben, fanden sie einen Goldschatz. Das Saatgut war vergessen. Alle gruben wie bessesen nach dem Gold. Sie waren reich und wohlhabend. Erst als die Lebensmittel aufgebraucht waren, merkten sie, dass sie von dem Gold nicht leben konnten. Angesichts ihres Todes erkannten sie die Wertlosigkeit des Reichtums und den Fluch ihrer Begierde.
Die Insel ist die Welt. Das Saatgut ist Gottes Wort. Die Schiffbrüchigen sind wir. Uns locken Reichtum und Habsucht mehr als Gottes Heil. So müssen wir entdecken, dass man von Gold und Reichtum nicht überleben kann.

Autor unbekannt


Die reine Wahrheit

Ein portugiesischer Seifenfabrikant sagte einmal einem Priester:
"Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon seit bald 2000 Jahren gepredigt wird, ist die Welt nicht besser geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen."
Der Priester wies auf ein schmutziges Kind, das am Straßenrand spielte, und bemerkte:
"Seife hat auch nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen in der Welt."
"Seife", entgegnete der Fabrikant, "nutzt nur, wenn sie angewendet wird."
"Das Christentum auch", antwortete der Priester.

Autor unbekannt


   Die drei Söhne

Drei Frauen standen am Brunnen , um Wasser zu holen.
Nicht weit davon entfernt saß ein Greis und hörte , wie sie ihre Söhne lobten.
" Mein Sohn", sagte die erste " ist ein geschickter und wendiger Junge. Er übertrifft an Behendigkeit alle Knaben im Dorf ."
"Mein Sohn," meinte die zweite ,"hat die Stimme einer Nachtigall. Wenn er singt, schweigen alle Leute und bewundern ihn. Er wird einmal ein großer Sänger werden."
Die dritte Frau schwieg.
"Warum sagst du denn gar nichts?" fragten die beiden anderen."Ich wüßte nicht , womit ich ihn loben könnte", entgegnete diese." Mein Sohn ist ein gewöhnlicher Junge und hat nichts besonderes an sich. Aber ich hoffe , er wird einmal im Leben seinen Mann stehen."
Die Frauen füllten ihre Eimer und machten sich auf den Heimweg.
Der Greis ging langsam hinter ihnen her.
Er sah , wie hart es sie ankam, die schweren Gefäße zu tragen und er wunderte sich nicht darüber, dass sie nach einer Weile ihre Last absetzten, um ein wenig zu verschnaufen.
Da kamen ihnen drei Knaben entgegen.
Der erste stellte sich auf die Hände und schlug Rad um Rad
." Welch ein geschickter Junge !"riefen die Frauen.
Der zweite stimmte ein Lied an und die Frauen lauschten ihm mit Tränen in den Augen.
Der dritte Junge lief zu seiner Mutter ,ergriff wortlos die beiden Eimer und trug sie heim.
Die Frauen wandten sich an den Greis und fragten:" Was sagst du zu unseren Söhnen ?"
"Eure Söhne ?" entgegnete der Greis verwundert
" Ich habe nur einen einzigen Sohn gesehen !"

Axel Kühner


Das Glas Wasser

Ein kleines Mädchen konnte gerade in der Bibel lesen und fand dort das Wort Jesu: „Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, … es wird ihm nicht unbelohnt bleiben“ (Matthäus 10,42). Daraufhin ging das Mädchen in die Küche, füllte ein Glas mit Wasser und rannte damit auf die Straße, um es jemandem zu geben. Da war aber gerade niemand, und so rannte es weiter bis an den Waldrand. Dort traf es einen jungen Mann und bot ihm das Glas mit den Worten an: „Trink das Wasser im Namen Jesu!“ , er war total erstaunt über diese ungewöhnliche Anrede. Weil er aber gerade Durst hatte, trank er das Wasser. Das Mädchen eilte mit dem leeren Glas nach Hause und stellte es in der Küche ab.
 
Es vergingen etliche Jahre. Das kleine Mädchen war inzwischen erwachsen geworden und hatte den Beruf der Krankenschwester erlernt. Eines Tages wird in ihrer Abteilung des Krankenhauses ein Mann eingeliefert, und als erstes packt er seine Bibel aus und legt sie auf den Beistelltisch. Da das nicht alle Tage vorkommt, spricht die Krankenschwester den Mann an, ob er gläubig sei. Nachdem er das bejaht, fragt sie weiter, wie er denn zum Glauben gekommen sei. Der Mann erklärt: „Es war noch in meiner Jugend. Ich sah keinen Sinn in meinem Leben und machte mich auf zum Wald, um mir dort das Leben zu nehmen. Aber am Waldesrand kam ein kleines Mädchen mit einem Glas Wasser auf mich zu und sagte: ‚Trink das im Namen Jesu!‘ Das hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich von meinem Vorhaben abließ, mir eine Bibel kaufte und bald danach zum Glauben kam.“ Darauf die Krankenschwester: „Das kleine Mädchen von damals – das war ich!“

Durch das Umsetzen nur eines einzigen Bibelverses hat das Mädchen eine Seele für den Himmel gewonnen. Wenn Jesus auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein umgewandelt hat, dann wird er dieses Wasser in jenem Glas in der Ewigkeit in Gold umwandeln. Und das gilt für alle Frucht, die wir in diesem Leben mit Gottes Hilfe erwirken, der Herr wird es bei unserer Ankunft im Himmel in Gold umwandeln. Das sind die „Schätze des Himmels“, von der Jesus in der Bergpredigt sprach (Matthäus 6,20).
Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Den Himmel können wir uns durch nichts verdienen, den hat Jesus uns sehr, sehr teuer am Kreuz erworben.

Im letzten Vers der Reisegeschichte der Königin von Saba zu König Salomo heißt es: „Und der König Salomo gab der Königin von Saba alles, … mehr als die Gastgeschenke, die sie dem König gebracht hatte“ (2. Chronik 9,12). Was auch immer wir dem Herrn mitbringen, seine Gabe an uns wird alles nur Erdenkliche weit übertreffen. An der Ausdrucksweise in Lukas 6,38 spürt man die Unfähigkeit der menschlichen Sprache, den überfließenden Reichtum der Gabe Gottes beschreiben zu können: „Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben.“ Ja, unser König Jesus, schenkt uns alles – den ganzen Himmel!

Dr. Werner Gitt


Rettung eines faulen Apfels

Ein Junge sammelte Äpfel vom Boden auf, die von einem Apfelbaum heruntergefallen waren. Er hatte Probleme, genügend Äpfel auf dem Boden zu finden, die noch gut genug waren, so dass seine Mutter damit einen Apfelpfannkuchen backen konnte. Ein zweiter Junge kam vorbei und fragte. „Was machst du da?” Der erste Junge sagte: “Ich sammle Äpfel auf, so dass meine Mutter für mich einen Apfelpfannkuchen backen kann.“ Der zweite Junge erwiderte: „Tolle Idee. Das mach’ ich auch.”

Keiner der beiden Jungen konnte genug Äpfel finden, die noch gut genug waren, um damit einen Apfelpfannkuchen zu backen. Auf dem Baum hingen noch reichlich gute Äpfel, aber nur so hoch, dass die Jungen sie nicht erreichen konnten. Daher beschlossen sie, zusammen zu arbeiten. Einer würde sich auf die Schultern des anderen stellen und so viele gute Äpfel pflücken, dass beide Familien am Abend Apfelpfannkuchen essen könnten.

Die Teamarbeit lohnte sich und sie pflückten eine ganze Menge Äpfel vom Baum. Auf dem Heimweg mussten sie über den Friedhof gehen, der auf einem kleinen Hügel hinter der Kirche lag. Dort beschlossen sie, eine Rast einzulegen. Einer der Äpfel fiel aus dem Korb. Sie sahen ihn den Hügel hinunter rollen und dann am Fuß des kleinen Hügels gegen das Tor prallen, worauf er in zwei Stücke aufbrach. Die beiden Jungen setzten sich hinter einen der großen Grabsteine, der viel Schatten vor der heißen Sonne bot. Gleich neben ihrem Rastplatz war ein offenes Grab ausgehoben.

Die Jungen stellten fest, dass ein paar angefaulte Äpfel zwischen die guten Äpfel geraten waren. So beschlossen sie, die guten Äpfel aus zusortieren während sie dort im Schatten saßen. Die faulen Äpfel warfen sie in das leere Grab, die guten kamen wieder in den Korb um sie mit nach Hause zu nehmen. Ein Junge sagte: “Ich werde die guten hier neben mir aufsammeln.” Der andere Junge, der näher an dem offenen Grab saß, erwiderte: „Und ich werde die schlechten nehmen und sie in die Grube werfen.“

Während die Jungen so außer Sichtweite die Äpfel sortierten, ging der reichste und gemeinste Mann der Stadt am Friedhofstor vorbei. Er war auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Bauernhof um die dort lebende Familie vor die Tür zu setzen, obwohl sie keinen anderen Platz hatte, an den sie hätte gehen können.

Er hörte die Stimmen, die da vom Friedhof kamen und hielt inne, um zu hören, was da gesagt wurde. Er hörte: “Was ist mit diesem hier?” Dann eine andere Stimme: „Ich sammle hier all die guten.“ Der reiche Mann hörte den Stimmen weiter zu und war überzeugt, dass sich hier Satan und Jesus über die Seelen auf dem Friedhof unterhielten.

Dann hörte er eine der Stimmen sagen: “Was ist mit dem da hinten am Tor? Der gehörte ja am Anfang zu den guten, ob der noch zu retten ist?“ Die andere Stimme antwortete: „Nein, der gehört jetzt zu den schlechten. Mit dem ist nichts mehr anzufangen, den kannst du zusammen mit all den anderen schlechten in die Grube werfen.“

Der reiche Mann rannte im Eiltempo zu dem Bauernhof, aus der er die Familie heraus werfen wollte. Als er dort ankam, sagte er den Leuten, er wolle ab sofort andere Wege gehen und jedem die Schulden erlassen. Er habe bereits genug Geld für mehr als seine doppelte Lebenszeit und er werde nun auch anfangen, in der Kirche zu helfen. Dann ging er gleich weiter und suchte den Pastor auf um sich zu erkundigen, was er tun müsse, damit Jesus ihn auch retten könne.

Der erste Junge nahm seine Äpfel mit nach Hause, verabschiedete sich von seinem Freund und gab die Äpfel seiner Mutter, so dass diese Apfelpfannkuchen backen konnte. Seine Mutter sagte: „Ja, heute haben wir eine Menge, wofür wir dankbar sein können. Wir haben Apfelpfannkuchen zu essen und wir verlieren den Bauernhof nicht. Jesus hat mein Gebet erhört. Ich habe darum gebeten, dass uns der Bauernhof erhalten bleibt und Jesus hat dafür gesorgt, dass es genauso geschieht. Er hat sogar einen Weg gefunden, auch noch den reichsten und bösartigsten Mann der Stadt zu verändern. Er arbeitet wirklich auf wundersame Weise.

Johnny Lee Hall





Zu Maria Beten?

Eine Dame kam zu einem Arzt wegen eines Kontrolltermins.
Während des Gespräches fragte er die Frau: "Sagen Sie, sind sie tatsächlich Christin?" Sie antwortete: "Ja, das bin ich."
Er sprach: "Nun, ich bin katholischer Christ, und ich mag alle Christen, egal ob evangelikal, freikirchlich, papistisch, charismatisch oder sonstige.
Nur das eine verstehe ich nicht: Niemand sonst als wir Katholiken beten zu Maria - warum ihr nicht?"
Für kurze Zeit entstand eine Stille im Zimmer...Dann antwortete die Dame zuversichtlich: "Herr Doktor, angenommen Sie gehen zum Arzt. Sie melden sich im Vorzimmer an, und die Sekretärin sagt zu Ihnen: "Im Moment ist der Arzt verhindert, doch seine Mutter ist gerade gekommen -sie können zu ihr gehen! Würden Sie es tun?"
Der Arzt erwidert erschrocken: "Nein, natürlich nicht! Immerhin hat der Arzt Medizin studiert, nicht die Mutter!".

"Sehen Sie, " antwortete darauf die Frau, "uns so ist es für mich: Ich gehe zum ARZT, nicht zur Mutter! Denn für mich ist JESUS am Kreuz gestorben, nicht die Mutter des Sohnes!"

Autor unbekannt


Ein Kreuzigungsbild

Der Maler Domenico Feti (1589-1623) hatte in seinem Atelier in Düsseldorf ein fast fertiges Altarbild mit der Kreuzigung Jesu stehen, als er eine junge Zigeunerin mit ihren schwarzen Haaren, der braunen Haut und einem roten Kleid als Tänzerin malte. Dreimal die Woche kam Pepita und stand dem Maler Modell. Da sah sie das Kreuzigungsbild, und betroffen fragte sie den Meister, wer da so gequält leiden müsste. Domenico Feti erzählte dem Mädchen mehr widerwillig die ganze Geschichte von der Liebe Jesu zu den Menschen, mit der der Gekreuzigte die Schuld und Verlorenheit der Welt trug.
Als der Maler das Bild mit der spanischen Tänzerin vollendet hatte, bezahlte er das Zigeunermädchen. Pepita schaute noch einmal auf das Kreuzigungsbild, dann auf den Künstler und sagte: "Meister, Ihr liebt ihn doch sehr, weil er das alles für Euch getan hat?" Domenico Feti schämte sich. Daran hatte er noch nie gedacht. Aber nun wurde er die Frage nicht mehr los. "Ihr liebt ihn doch sehr?" Er kam nicht mehr zur Ruhe, konnte kaum noch arbeiten und suchte nach einer Antwort. Schließlich ging er in eine christliche Versammlung, lieh sich ein Neues Testament und kam zum lebendigen Glauben an Jesus.
Nun malte er noch einmal ein Kreuzigungsbild aus Liebe zu Jesus. Das Bild sollte die unendliche Liebe Jesu verkündigen und den Betrachter zu einer Antwort herausfordern. Darum schrieb er unter das Bild die Worte: "Das tat ich für dich - was tust du für mich?" Er wollte das Bild nicht verkaufen und schenkte es der Stadt Düsseldorf. Dort in der Galerie hat es unzähligen Menschen die Liebe Jesu vor Augen gemalt.
Etwa hundert Jahre später fuhr ein junger Graf nach Paris, und während seine Kutschpferde gefüttert wurden, besuchte der fröhliche und bildungshungrige Graf die Galerie. Lange stand er schließlich vor dem Kreuzigungsbild von Domenico Feti und wurde die Frage nicht mehr los: "Das tat ich für dich - was tust du für mich?" Die Liebe Christi ergriff ihn so nachhaltig, dass er von dort an sein Leben, seinen Adel, sein Vermögen und sein Wissen Christus weihte, der das Leben für ihn am Kreuz gab. Es war Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf.
Das Bild von Domenico Feti hängt heute in der alten Pinakothek in München, und noch immer fragt uns der leidende Christus: "Das tat ich für dich - was tust du für mich?"

Autor unbekannt
 


Die Wunderpillen

Regelmäßig besuchte ein Arzt seine Patienten im Altersheim. Dabei fällt ihm ein 96 jähriger Mann besonders auf, der stets zufrieden und freundlich ist. Eines Tages spricht ihn der Arzt darauf an und fragt nach dem Geheimnis seiner Freude. Lachend antwortet der Mann:
“Herr Doktor, ich nehme jeden Tag zwei Pillen ein, die helfen mir!”
Verwundert schaut ihn der Arzt an und fragt: “Zwei Pillen nehmen Sie täglich? Die habe ich Ihnen doch gar nicht verordnet!”
Verschmitzt lacht der Mann und antwortet: “Das können Sie auch gar nicht, Herr Doktor. Am Morgen nehme ich gleich nach dem Aufstehen, die Pille Zufriedenheit. Und am Abend, bevor ich einschlafe, nehme ich die Pille Dankbarkeit. Diese beiden Arzneien haben die Wirkung noch nie verfehlt.”

Autor unbekannt
 



  Ein achtjähriger Junge


stand mit den Hirten im Stall von Bethlehem. Er schaute Jesus in der Krippe an, und Jesus schaute zu ihm. Plötzlich spürte er, wie eine warme Träne seine Wange herunterrollte.

"Warum weinst du?" fragte ihn Jesus. "Ich kann dir nichts schenken", antwortete er. "Oh doch, du kannst mir etwas geben", entgegnete Jesus. Der kleine Junge wurde rot vor Freude und sagte begeistert: "Ich will dir das Schönste schenken, das ich besitze!" "Drei Dinge möchte ich von dir haben", sprach Jesus weiter. Sofort bot der Junge ihm seine "Reichtümer" an: "Meinen Gameboy, meine elektrische Eisenbahn und meinen neuen Weltatlas."

"Nein", sagte Jesus. "Ich möchte etwas ganz anderes haben." "Was denn?" wollte der Junge wissen. Ganz leise, damit es sonst niemand hören konnte, sagte Jesus: "Schenk mir deine letzte Klassenarbeit." Da erschrak der Junge! "Jesus", flüsterte er zurück und kam dabei ganz nah an die Krippe, "da steht doch ‚ungenügend‘ drunter!" "Eben darum will ich sie haben", erklärte Jesus. "Du sollst mir immer das bringen, wo in deinem Leben ‚ungenügend‘ drunter steht." Der Junge staunte nicht schlecht.

"Und ich möchte noch ein zweites Geschenk von dir", sagte Jesus. "Deine Kakaotasse." Nun war der Junge verzweifelt. "Die habe ich heute Morgen kaputt gemacht!" "Bring mir immer das, was du im Leben zerbrochen hast", sagte Jesus sanft. "Ich will es wieder heil machen." "Ja, wenn du so was haben willst ...", antwortete der Junge.

"Jetzt mein dritter Wunsch", fuhr Jesus fort. "Bring mir die Antwort, die du deiner Mutter gegeben hast, als sie dich fragte, wie die Tasse zerbrochen ist." "Oh nein", dachte der Junge und legte seine Stirn auf die Kante der Krippe. Er fing an zu weinen und stotterte: "Ich, ich ... habe gesagt, der Becher ist runtergefallen. Aber das stimmt nicht. Ich habe ihn vom Tisch geschubst." "Bring mir alle deine Lügen, deinen Trotz, alles Böse, das du getan hast", bat ihn Jesus. "Wenn du damit zu mir kommst, will ich dir vergeben und dir helfen. Ich will dich davon frei machen und dich in deiner Schwäche annehmen. Willst du mir das von mir schenken lassen?"

Der Junge kam aus dem Stauen nicht mehr heraus. Jesus wollte so ungewöhnliche Geschenke!

Verfasser unbekannt



Die Schildkröte


Ein kleiner Junge, der auf Besuch bei seinem Großvater war, fand eine kleine Landschildkröte und ging gleich daran sie zu untersuchen. Im gleichen Moment zog sich die Schildkröte in ihren Panzer zurück und der Junge versuchte vergebens sie mit einem Stöckchen herauszuholen. Der Großvater hatte ihm zugesehen und hinderte ihn daran, das Tier weiter zu quälen.


"Das ist falsch", sagte er, "komm' ich zeig' dir wie man das macht."

Er nahm die Schildkröte mit ins Haus und setzte sie auf den warmen Kachelofen. In wenigen Minuten wurde das Tier warm, steckte seinen Kopf und seine Füße heraus und kroch auf den Jungen zu.

"Menschen sind manchmal wie Schildkröten", sagte der Mann. "Versuche niemals jemanden zu zwingen. Wärme ihn nur mit etwas Güte auf und er wird seinen Panzer verlassen können."

Verfasser: Unbekannt